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Kompetenz für modernes Gebäudemanagement

Oktober 2021 – Im letzten Jahr blinkten gemäß Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) 184.000 Photovoltaikanlagen mehr auf den Dächern Deutschlands als noch 2019. Und der Aufwärtstrend ging im ersten Halbjahr 2021 weiter: Laut BSW ist die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ganze 22 Prozent gestiegen. Viele dieser Anlagen speisen ihre Energie dabei nicht mehr ins öffentliche Netz, sondern stellen sie direkt vor Ort zur Verfügung – Stichwort: solare Eigenstromversorgung. Ein Trend, der wenig überrascht. So wird beispielsweise der Wunsch auf Seiten der Verbraucher nach energetischer Unabhängigkeit immer stärker. Und die Energieautarkie, also die ausschließliche Versorgung von elektrischen Geräten im Gebäude mit Strom aus eigener Produktion, ist bereits ein großer Schritt zu mehr Unabhängigkeit. Darüber hinaus wird die Eigenstromversorgung aufgrund sinkender Stromverkaufspreise und Einspeisevergütung sowie gleichzeitig steigenden Strombezugspreisen auch aus finanzieller Sicht zunehmend attraktiver. Nicht zuletzt bestärkt die positive Entwicklung der Elektromobilität die beschriebene Tendenz. Warum? Eine PV-Anlage lässt sich ideal mit der Ladeinfrastruktur koppeln, sodass das E-Fahrzeug vor der Haustür mit selbst produziertem Solarstrom versorgt werden kann.

Bekanntermaßen ist die Energieerzeugung mittels volatiler Quellen allerdings von Wetterschwankungen abhängig. Um Erzeugung und Verbrauch in ein gewinnbringendes Verhältnis zu bringen, bedarf es daher effektiver und dynamischer Lastmanagementsysteme (LMS).

Innovative Wege dank intelligentem Lastmanagement

Mit Blick auf das Beispiel der Elektromobilität erlauben es dynamische LMS, die Ladung des E-Autos in Abhängigkeit der verfügbaren Energie separat zu regeln und zeitlich zu variieren. So kann die Stromversorgung für zum Beispiel Homeoffice-Anwendungen oder die Nutzung von Haushaltsmaschinen priorisiert und gleichzeitig eine Überlastung des Netzes vermieden werden. Es wird also dann vorrangig mit Eigenstrom geladen, wenn genügend Photovoltaikstrom vorhanden ist oder im Idealfall bei Stromüberschuss. Ist dies nicht der Fall, etwa in der Nacht, wird dann zunächst auf Stromspeicher und anschließend auf Strom aus dem öffentlichen Netz zurückgegriffen.

Intelligente Gesamtlösungen für Haushalte und Gewerbebetriebe ermöglichen schon heute die effiziente Verknüpfung der PV-Anlage auf dem Dach mit den Ladesäulen der Elektroautos innerhalb der Gebäudeinfrastruktur. Speziell für den Heimbereich wurde beispielsweise die Lösung „Prosumer Home“ entwickelt. Diese ganzheitliche Architektur lässt sich unabhängig von dem bereits vorhandenen PV-Wechselrichter mühelos auch nachträglich implementieren. Dies ist ein besonders interessanter Aspekt für Post-EEG-Anlagen – also Anlagen, die vor dem Inkrafttreten des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) installiert wurden und nun nach 20 Jahren aus der Förderung fallen – und den energieintensiven Bestandsbau. Nach der einfachen Installation von Wallbox, Logikcontroller und MID-Energiezähler stehen anschließend für das Aufladen der Elektrofahrzeuge vier verschiedene Lademodi bereit. Indem das E-Auto nur bei Stromüberschuss geladen wird, lässt sich etwa der Ökostromanteil erhöhen. Bei kurzen Standzeiten kann dank eines Schnellladevorgangs aber auch die maximale Leistung bezogen werden. Der zukünftig mit einer EEBus-Schnittstelle ausgestattete Controller erlaubt es zudem, steuerbare Verbraucher – etwa eine Wärmepumpe oder Batteriespeicher – in das skalierbare System zu integrieren.

Durch den Einsatz dynamischer Lastmanagementsysteme lassen sich auch leistungsstärkere PV-Anlagen und größere Ladeinfrastrukturen sinnvoll managen. Unter der ständigen Berücksichtigung der Echtzeit-Energie, die am Gebäudeanschluss erfasst wird, ermöglicht zum Beispiel das neue EVlink LMS eine bedarfsabhängige Regelung von bis zu 100 Ladestationen. Kostenintensive Lastenspitzen können auf diese Weise vermieden werden. Auch in Spitzlastzeiten gewährleistet das LMS eine zuverlässige Energieversorgung. Die Laderegelung nach Zonen erlaubt es zudem, anspruchsvolle Ladeinfrastrukturen mit divergenter Nutzungszeit in bis zu zehn unterschiedlich konfigurierten Zonen einzuteilen und diese individuell optimal auszulasten.

Attraktive Prosumer-Lösungen für Privathaushalte und Gewerbebetriebe

Dank CO2-freier Stromerzeugung schützen Photovoltaikanlagen das Klima und sparen nicht zuletzt Kosten. Die solare Eigenstromversorgung in Kombination mit steuerbaren Verbrauchern, wie zum Beispiel Ladestationen für Elektroautos, zahlt sich sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht mehr und mehr aus. Hinzu kommt die Möglichkeit der Energieautarkie. Ganzheitliche und mühelos nachrüstbare Lösungsarchitekturen stehen in Kombination mit unterstützenden Lastmanagementsystemen bereits heute zur Verfügung, um den Weg zum Prosumer-Gebäude zu vereinfachen und die Nutzung von PV-Anlagen noch rentabler zu gestalten.

Weitere Informationen zu den Themen erhalten Sie hier: Prosumer Home | Schneider Electric Deutschland (se.com)


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