Gebäudemanagement

Das erste Deutsche Mehrfamilienhaus aus dem 3D-Drucker – Powered by Schneider Electric

Im Süden Deutschlands entsteht gerade das erste Mehrfamilienhaus, das Schicht per Schicht im 3D-Druck Verfahren gebaut wird. Wir haben das Glück, dieses hochmoderne Projekt mit unseren Produkten und Lösungen ausstatten zu können. Begleitet haben wir Harald Albrecht und Markus Liepert, die maßgeblich am Projekt beteiligt sind.

Harald und Markus, stellt euch doch einmal kurz vor, wer seid ihr und was ist eure Aufgabe bei Schneider Electric?

Harald: Ich bin Verkaufsleiter im Süden, also Bayern und Baden-Württemberg, mit einem Team von sieben Mitarbeitern. Seit neun Jahren arbeite ich bei Schneider Electric, den Beruf des Elektrikers habe ich von der Pike auf gelernt und einige Jahre im Beruf gearbeitet. Meine Meisterprüfung habe ich ebenfalls vor langer Zeit abgelegt und war einige Jahre im eigenen Unternehmen und im Großhandel unterwegs.

Markus: Ich arbeite seit Juli 1992 bei Merten, unserer Marke für Produkte aus der Gebäudeinstallation, also alles was mit Schaltern und Steckdosen zu tun hat. Nächstes Jahr mache ich die 30 Jahre voll (lacht). Gelernt habe ich auch im Handwerk, war einige Jahre im Kundendienst bei einem heutigen Großkunden von Schneider Electric und einem anderen Wettbewerber und bin dann zu Merten gewechselt.

Lasst uns über Euer aktuelles, gemeinsames Projekt sprechen: Ein Mehrfamilienhaus aus dem 3D-Drucker. Um was geht es und welche Rolle spielt Schneider Electric?

M: Der Kontakt kam über einen guten Kunden von uns Zustande, über die Firma Bematec, ein sehr innovatives Unternehmen, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen in der Baubranche. Anfang des Jahres kamen sie auf uns zu, mit der Idee, ein 3D-Druck Haus aufzubauen und mit unserer Elektroinstallation auszustatten. Dann habe ich gesagt: Also, wenn wir was machen, dann machen wir alles (lacht).

H: Wir haben in diesem Haus sehr viele Produkte von uns eingebaut: Die Gebäudekommunikation läuft über KNX, mit einem 7 Zoll Panel in der Wand, welches gleichzeitig die Videosprechanlage von Ritto und die Visualisierung der KNX-Komponenten anzeigt. Schalter und Steckdosen sind aus der D-Life Serie von Merten. Ganz besonders exklusiv ist, dass wir im Haus Produkte unseres Kooperationspartners QLES verbaut haben. Edle Dinge wie ein beleuchteter Seifenspender, gefertigt mit Glas aus regionaler Manufaktur im Sauerland, ein Schminkspiegel aber auch praktische, beleuchtete Handtuchhalter.

Die QLES Lampe wird in einen Merten Rahmen integriert, links daneben die USB-C Steckdose aus dem MERTEN D-Life Programm

Den Schaltschrank liefert unsere Marke ABN, ausgestattet natürlich mit Schneider Electric Sicherungsautomaten und Schutzschaltern. Natürlich haben wir auch eine Schneider Electric Wallbox als Ladelösung für das Elektroauto verbaut (lacht), die Hausbauer haben sich gleich richtig für die Zukunft aufgestellt.

Ein Haus aus dem 3D-Drucker. Gut erkennbar sind die „gedruckten“ Betonschichten

Harald (links) und Markus auf der Baustelle, mit einem Musterrahme aus der D-Life Serie von Merten

Aus Sicht des Elektro-Installateurs: Wo liegt im 3D-gedruckten Haus der Unterschied zur konventionellen Bauweise?

M: Wir haben hier einen 3D-Druck im Großformat! Die Wände werden folgendermaßen aufgebaut: Lagenweise wird der Beton aufgetragen, eine Innenseite und eine Außenseite – zwischendrin kommt eine Isoliermasse. Die Unterputzdosen werden direkt mit gesetzt und der Installateur muss somit keine Schlitze für die Leitungen herstellen oder Dosen in die Wand fräsen, wie es bei der konventionellen Bauart der Fall ist. Der Elektriker verlegt sein Leerrohr direkt zwischen den Wänden. Vorteil ist, dass man die Drähte einfach austauschen kann, wenn es nötig sein sollte.

H: Zwischen die Wände wird eine Art Glaswolle eingespritzt, die dann aushärtet und isoliert. Wir erreichend damit die Energieeffizienz eines KfW55 Hauses – sind also besonders energiesparend. Und noch ein weiterer Faktor, den die Bauweise im 3D Druck auszeichnet: Um das Haus herzustellen, bedarf es wesentlich geringeren personellen Aufwand, als bei konventioneller Bauweise, zudem ist das Haus schneller errichtet.

Früher hieß es, „alles was runde Ecken hat, ist unbezahlbar“ – heute sieht das anders aus. Für Innenarchitekten und kreative Bauherren ein Traum.

Wie viele Personen haben dabei geholfen, das 3D-gedruckte Haus aufzubauen?

H: Um das Haus zu drucken, brauchst du nur eine Hand voll Leute. Die meiste Arbeit findet vorher statt: Den Drucker zu programmieren, auszurichten, aufzustellen. Und du hast alles aus einer Hand, von der Planung bis zur Abnahme. Ein Architekt ist natürlich auch mit dabei, der die Pläne erstellt, die dann letztendlich den 3D-Drucker füttern und der die Baustelle überwacht.

M: Für die beteiligten Gewerke ist das positiv, denn die Personalsituation ist schwierig. Viele Handwerker bekommen oft nicht genügend Fachkräfte, auch hier sind die Nachwuchssorgen oft groß. Und für Architekten bieten sich ganz neue Spielarten aus. Die können Wände gebogen planen, Radien auf den Zentimeter genau, S-Formen und das Ganze sieht dann perfekt aus. Wenn Du früher in der konventionellen Bauweise eine runde Betonwand machen wolltest, musstest Du aufwendig einschalen – heute geht das mit dem 3D-Drucker ruckzuck.

H: Früher hieß es, „alles was runde Ecken hat, ist unbezahlbar“ – heute sieht das anders aus. Für Innenarchitekten und kreative Bauherren ein Traum (lacht).

Bevor gedruckt wird, müssen alle Pläne programmiert werden.

Was denkt ihr, wird der 3D-Druck die Baubranche revolutionieren?

M: Es gibt ja nach wie vor die konventionelle Ziegelbauweise, den Betonbau und den Holzbau. Letztendlich ist das auch eine höchst individuelle Geschmackssache der Bauherren, daher gehe ich nicht davon aus, dass sich das von heute auf morgen zum 3D-Druck verschieben würde. Aber es ist eine sehr spannende, neue Technik und ich bin sicher, dass viele Häuser und Wohnungen in diesem Verfahren entstehen werden.

Weil ihr die Schneider Electric Wallbox erwähnt habt, noch ein kleiner Schlenker vom Haus zum Auto: Wie entwickelt sich der Markt für die Elektromobilität aus eurer Sicht?

M: Der Anteil des Themas Elektromobilität in meinem Job ist sehr stark gewachsen. Ich bekomme vermehrt Anfragen von Installateuren, die entweder schon Schneider Electric verbauen und jetzt mehr und mehr Kunden mit Ladelösungen ausstatten oder die sich im Netzwerk darüber informiert haben, dass Schneider Electric mehr anbieten kann, als nur die Ladestation. Ich spreche hier von den größeren Projekten, wie Wohn- und Zweckgebäude mit mehreren Ladepunkten, in denen das Lastmanagement und Energiemonitoring eine wichtige Rolle spielt.

H: Auch das Thema Photovoltaik erlebt gerade eine Renaissance. Bei mir in der Straße werden gerade sehr viele Häuser mit Photovoltaik bestückt. Richtig spannend wird das dann, wenn du dein Elektrofahrzeug mit dem eigens produzierten Strom lädst und das Elektroauto mit in dein Hausnetz einbinden kannst, zum Beispiel als Stromspeicher. Sprich: Mittags speichert dein Auto den Strom zwischen, der überschüssig produziert wird und nachts kannst du mit dem Strom die Waschmaschine laufen lassen. Das Stichwort heißt hier: Bidirektionales Laden und die ersten großen Hersteller haben angekündigt, dass ihre Fahrzeuge das zukünftig unterstützen werden.

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen über Deutschlands erstes Mehrfamilienhaus aus dem 3D-Drucker hier. Jetzt lesen!


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