Wie Rechenzentren zukunftstauglich bleiben (Teil 1)

Bereits im Jahr 2025 könnten laut aktueller Prognose mehr als 75 Milliarden IoT-vernetzte Geräte existieren. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es noch etwa 4,9 Milliarden. Ein enormes Wachstum. Ein Grund für den prognostizierten Anstieg ist der zunehmende Vernetzungsgrad in der Industrie. Moderne Maschinen und Anlagenkomponenten verfügen vermehrt über IP-fähige Sensoren und Schnittstellen. Diese ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung und eine detaillierte Aufzeichnung von Statusänderungen, Temperaturen oder Schwingungsmustern.

Das eröffnet Chancen, bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich. Denn mit der schrittweisen IIoT-Integration steigen auch die zu verarbeitenden Datenmengen. Diese zweiteilige Beitragsreihe widmet sich verschiedenen Strategien, ein Rechenzentrum zu modernisieren und auszubauen – und damit für die Zukunft zu rüsten. Im vorliegenden ersten Teil der Reihe werden die Entscheidungskriterien bei der Wahl einer sinnvollen Modernisierungsstrategie erläutert. Außerdem werden unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt, wie die RZ-Architektur unkompliziert an den steigenden Rechenleistungsbedarf angepasst werden kann.

Die Wahl der richtigen Strategie

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Rechenleistung eines Datacenters zu steigern. Grundlegende Entscheidungskriterien bei der Wahl einer individuellen Strategie sind dabei vor allem die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, die Projektlaufzeiten und der Bedarf an Rechenleistung. So lassen sich je nach Budget entweder kurzfristige Maßnahmen oder aber substanzielle Änderungen an der Infrastruktur realisieren. Eine kostengünstige Minimalstrategie könnte beispielsweise die Reduktion des IT-Loads durch Virtualisierung, intelligentes Energiemanagement oder die Identifizierung von ungenutzten Legacy-Servern verfolgen. Durch die dann möglich werdenden Konsolidierungsmaßnahmen lässt sich sofort der Stromverbrauch verringern und es kann teure Serverfläche eingespart werden.

Um essenzielle Verbesserungen zu erzielen, ist jedoch ein Austausch veralteter IT-Ausstattung notwendig. Denn in die Jahre gekommene Serverhardware, überholte Klimatisierungssysteme und unzeitgemäße USV-Anlagen sind in vielen Rechenzentren verantwortlich für eine unzureichende Zuverlässigkeit und verursachen deutlich zu hohe Stromrechnungen.

Für die (schrittweise) IoT-Integration ist es aber erforderlich, die Verfügbarkeit von Systemen und Daten sowie deren Sicherheit über viele Jahre hinweg auf höchstem Niveau zu gewährleisten und dabei möglichst wirtschaftlich und klimafreundlich zu arbeiten. Darüber hinaus setzen große Schwankungen bei Datenvolumen und Datentypen hohe Flexibilität sowie Anpassungsfähigkeit an wechselnde Bedarfe voraus. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es deshalb in vielen Fällen unumgänglich, den Rechenzentrumsbestand umfassend zu modernisieren und sogar zu erweitern.

Nicht zu groß, nicht zu klein

Das gelingt beispielsweise durch High-Density-Pods, mit denen sich die Architektur eines Rechenzentrums präzise am individuellen Bedarf ausrichten lässt. Bei Pods handelt es sich um eigenständige IT-Funktionseinheiten, die mit einem Trägersystem für Racks, Stromverteilung, Verkabelung und Klimatisierung ausgestattet sind und durch eine Einhausung voneinander abgetrennt werden. Sie bestehen aus einem oder mehreren Racks und werden mit High-Density-Servern oder hyperkonvergenten Systemen bestückt.

Diese vorgefertigten Infrastruktureinheiten ermöglichen eine höhere Leistungsdichte auf kleinerer Fläche, ohne dabei die Leistung von herkömmlicher Hardware zu beeinträchtigen. Je nach Bestückung in einem Pod können Temperatur und Luftmenge exakt auf die Hardware angepasst werden. Das verbessert nicht nur die Effizienz und Planbarkeit, es eröffnet auch neue Migrationspfade bei der Umsetzung von Modernisierungsvorhaben. Die charakteristische Modularität der Pods ermöglicht es Unternehmen zudem, bedarfsabhängig zu planen und das Rechenzentrum schrittweise um Pods auf dem aktuellen Stand der Technik zu ergänzen.

Doch Pods sind nicht die einzige Option, Rechenzentren wachsenden Anforderungen anzupassen. Für Unternehmen, die zur Überbrückung einiger Wochen oder Monate ein temporäres Rechenzentrum benötigen, bietet sich der Einsatz vorgefertigter Container-Module an. Diese sogenannten Prefab-Einheiten lassen sich beispielsweise als Backup-Rechenzentrum für einen befristeten Zeitraum nutzen, kommen aber auch als dauerhaftes Kernrechenzentrum infrage. Denn die Bandbreite der Anwendungen reicht vom Kleincontainer mit 25 kW Leistung bis hin zum vollumfänglichen Multi-Megawatt-Großrechenzentrum. Dabei bieten die Containerlösungen sämtliche Funktionen und Komponenten eines klassischen Rechenzentrums, etwa Stromversorgung, Klimatisierung, Patchfelder und voll ausgestattete Racks.

Warum Edge Computing beim Zusammenwachsen von IT und Produktionstechnik wichtig ist und wann es sich lohnt, gleich ein ganz neues Rechenzentrum zu errichten, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Beitragsreihe.

Mehr über den Einsatz von High-Density-Pods können Sie außerdem im Whitepaper „Deploying High-Density Pods in a Low-Density Data Center“ nachlesen.

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