Arbeiten bei Schneider Electric

Jobsharing im Vertrieb – Geht das überhaupt?

Jobsharing oder auch „Arbeiten im Job-Tandem“ bedeutet, dass sich zwei Menschen einen Arbeitsplatz „teilen“. Der Unterschied besteht hinsichtlich der Arbeit in Teilzeit darin, dass beide Job-Tandems mit ihren reduzierten Arbeitsstunden einen Ganztagsjob abbilden. Bei Schneider Electric wissen wir, dass diverse Teams erfolgreicher sind und fördern daher die Arbeit im Job-Tandem. Besonders in Zeiten, in denen hohe Flexibilität von allen Menschen gefordert ist, sind derartige Arbeitszeitmodelle essentiell! Grundsätzlich kann bei uns jeder Job in Teilzeit oder im Jobsharing ausgeübt werden. Dafür braucht es mutige Unternehmen aber vor allem auch mutige Tandempartner. Wir haben mit Florian und Kathrin gesprochen, die als Job-Tandem im Vertrieb arbeiten – und viel über Vorteile erfahren aber auch, wo Verbesserungspotentiale verborgen liegen.

Liebe Kathrin, lieber Florian, ihr seid unser erstes Jobsharing-Tandem im Vertrieb, stellt euch mal kurz vor.

Florian: Ich bin emigrierter Rheinländer, komme aus Düsseldorf und wohne seit einigen Jahren in Ulm. Gelernt habe ich die Berufe Industriemechaniker / Mechatroniker und zudem bin ich Techniker für Automatisierungstechnik. Vor Schneider Electric habe ich in den Bereichen Service und Instandhaltung gearbeitet – Ich war damit betraut alte Bestandsanlagen zu modernisieren und diese elektrotechnisch neu zu konzeptionieren und in Betrieb zunehmen. Ich wollte eigentlich schon immer in den Vertrieb und habe daher noch den Techniker gemacht. Neben meinem Job bei Schneider Electric arbeite ich noch selbständig im Projektgeschäft und vermittle Projekte an Ingenieurbüros. Das geht technisch in eine ganz andere Richtung, eher in den Bereich „Enduser“.

Kathrin: Ich komme gebürtig aus Sachsen-Anhalt und wohne in Neu-Ulm, quasi direkt an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Studiert habe ich Maschinenbau in Fachrichtung Energietechnik und habe in den Bereichen Kraftwerktechnik in der Qualitätssicherung gearbeitet und bspw. europaweite Abnahmen betreut. Später war ich dann in einem großen Technologiekonzern im Süden tätig und habe dort Produktionsabläufe am Standort betreut. Hier ging es zum Beispiel darum, Energie zu sparen, aber auch Abfall und Wasserverbrauch zu reduzieren. Nach zwei Elternzeiten habe ich mich als Energieberaterin selbständig gemacht, den Job mache ich übrigens immer noch parallel zu meinem Job bei Schneider Electric. Nebenbei besuche ich regelmäßig Schulen und Kindergarten und bringe den Kindern und Pädagogen die Themen Klimaschutz und Energie nah.

Kathrin Lipinski und Florian Nolte vor einem Welcome Schild

Kathrin und Florian

Welche Stelle bildet ihr mit eurem Jobtandem ab?

Florian: Wir arbeiten im Vertrieb für das OEM-Geschäft von Schneider Electric. OEMs nennen wir Maschinenbauer, die Produkte für den Markt herstellen, in denen auch Komponenten von uns verarbeitet sind. Der Unterschied für die Kunden ist lediglich, dass er oder sie statt eines Gesichts eben zwei Gesichter seitens Schneider Electric kennenlernt (lacht).

Kathrin: Wir betreuen zusammen unsere Kunden, haben einen gemeinsamen Kundenstamm und werden auch seitens Schneider als „eine Stelle“ betrachtet.

Jobsharing ist noch nicht unbedingt die Regel am Arbeitsmarkt, wie sieht euer Daily Business aus?

Kathrin (lacht): Die Kollegen sind auch immer neugierig. Wir werden meistens begrüßt mit „Da sind ja die beiden Jobsharer“. Ich erkläre das meistens so: Wir sind wie zwei Kriminalbeamte, die einen Fall gemeinsam lösen. Und jeder hat seine Fähigkeiten, die er einbringt. Der eine fährt dann mal raus und befragt Zeugen, während der andere Beweisstücke untersucht.

„Wir sind wie zwei Kriminalbeamte, die einen Fall gemeinsam lösen.“ Kathrin Lipinski 

Florian: Unsere Wochentage sind aufgeteilt. Kathrin arbeitet zwei Tage, ich drei Tage in der Woche. Unsere Kunden betreuen wir nach der 60/40 Aufteilung. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch mal spontan zum Kunden hinfahren oder auch mal zusammen im Meeting sitzen. In der Regel sind wir aber alleine unterwegs, sonst hätten wir ja nur eine Drei-Tage-Woche.

Kathrin: Wir nutzen für den Vertrieb übliche Datenbanken, in denen Aufträge erfasst sind, Historien und sonstige für uns relevante Kundendaten – das Ganze ist aber eher nüchtern gehalten und auf Fakten konzentriert. Für alles „Zwischenmenschliche“ nutzen wir ein gemeinsames digitales Notizbuch, in denen auch persönliche Töne Platz finden. Für uns ein sehr wichtiges Instrument, da der persönliche Austausch in einem geregelten Büroalltag ja nicht gegeben ist. Ansonsten arbeiten wir beide mal autonom, mal im Team, da können wir beide gut hin- und herswitchen.

Florian: Wir suchen uns schon manchmal gegenseitig die Themen aus, die uns besser liegen, um als Tandem zu überzeugen. Ich bin zum Beispiel nicht so der Powerpoint-Fuchs, sondern eher der spontane Typ. Kathrin ist eher die Geplante – wir ergänzen uns super! Für mich spielt weniger die Rolle, was man vorher in seinem beruflichen Leben gemacht hat, wenn man sich als Partner ergänzen und voneinander lernen kann.

Was würdet ihr anders oder besser machen?

Florian: Das Modell Jobsharing ist im Vertrieb bei Schneider Electric relativ neu, es gibt wenig Routine und wir wussten beide nicht so genau, was uns erwartet. Die Einteilung des Tandems haben wir selbst vorgenommen, hier aber sehr viel Freiheit genossen, was natürlich super ist. Generell ist es glaube ich aber für eine Vollzeitkraft einfacher einzusteigen, als im Tandem – hier hast du zu Beginn eine riesige Lernkurve.

Kathrin: Vielleicht könnte eine Verbesserung sein, dass man wenn möglich, bevor man in der reduzierten Stundenanzahl arbeitet, erst mal in Vollzeit startet. Dann kommt das Tandem schneller ans Laufen. Wir sind beide neu im Vertrieb und kämpfen manchmal mit der Technik. Und mit zwei Arbeitstagen in der Woche aus dem Home Office heraus ist es natürlich schwieriger, Probleme ad hoc zu lösen oder schnell die richten Ansprechpartner zu finden. Generell ist das vielleicht der Unterschied, keinen Büroarbeitsplatz zu haben, da man nicht in einem Raum sitzt und damit das berufliche Netzwerk schnell spannt.

Florian: Als Vollzeitkraft starten, nach sechs Monaten gehst du dann live, reduzierst deine Stunden und dann wird auf die Zahlen geschaut. Das fände ich eine gute Idee – kommt natürlich auch darauf an, ob die Jobtandems das familiär abbilden können. So oder so, Jobsharing fördert flexibles Arbeiten!

„Du musst ein Team sein und dich wie eine Person fühlen, um ein gutes Jobtandem auf die Beine zu stellen.“ Florian Nolte

Welche Rolle spielt Sympathie und Empathie innerhalb des Jobtandems?

Florian: Für mich ist Sympathie essentiell wichtig, um als Jobtandem erfolgreich zu arbeiten. Du brauchst zwei extrovertierte Persönlichkeiten – wir beide agieren frei Schnauze. Wenn du im Tandem nur das Nötigste kommunizierst, funktioniert das nicht.

Kathrin: Wir antizipieren sehr oft und denken uns in den anderen rein. Natürlich spielt Vertrauen eine große Rolle, in den Tandempartner aber auch in dich selbst. Auch mal spontane Ideen umsetzen – ich glaube, soweit würde man mit einem Partner, mit dem man nicht 100% auf einer Wellenlänge ist, nicht gehen. Wir sind schließlich aufeinander angewiesen!

Florian: Du musst ein Team sein und dich wie eine Person fühlen, um ein gutes Jobtandem auf die Beine zu stellen. Ich finde, das ist übrigens auch die Aufgabe unseres HR Teams – direkt gute Leute „zu casten“ und zu überlegen, wie die Tandems gemeinsam funktionieren könnten. Sympathie kann man nicht lernen, finde ich. Entweder man hegt sie für sein Gegenüber oder eben nicht.

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